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DepressionÄtiologie
Man darf nicht vergessen, dass nur wenige Ärzte die Depression als ein rein biochemisches Phänomen akzeptieren. Es wird angenommen, dass viele andere Faktoren daran beteiligt sind. So können auch biologische und genetische Faktoren sowie Charaktereigenschaften und Ereignisse im Leben bei einer Depression eine Rolle spielen. Außerdem existiert eine Reihe psychologischer Theorien über die Ätiologie der Depression. Über folgende Definitionen zur Depression herrscht jedoch weitgehend Einigkeit:
Abläufe im GehirnDie an einer Depression beteiligten Gehirnregionen sind das prosencephalon Zahlreiche Strukturen des Prosencephalons sind offensichtlich mit einer Depression assoziiert; es steht jedoch noch nicht mit Sicherheit fest, ob diese Gehirnregionen die Ursache für eine Depression sind oder nur einfach im Krankheitsverlauf davon betroffen werden. Bei den fraglichen Strukturen handelt es sich um den Frontallappen und den Temporallappen des Prosencephalons, die Stammganglien Der Hypothalamus In Stresssituationen wird das Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-System aktiviert. Der Hypothalamus produziert den Corticotropin-Releasing-Faktor (CRF), der vermutlich bei der Auslösung bestimmter Formen von Depression mitwirkt. CRF regt die Hypophyse zur Ausschüttung des adrenocorticotropen Hormons an, was wiederum die Ausschüttung von Cortisol stimuliert. Cortisol unterdrückt Stimmungen; ungefähr 50 % aller Patienten mit schwerer Depression zeigen erhöhte Cortisolspiegel. Im Hirnstamm BiochemieDie Monoamin-Theorie besagt, dass eine Depression durch eine verringerte monoaminabhängige Neurotransmission verursacht wird. Diese Theorie wurde in den 1950er Jahren aufgrund der Beobachtung aufgestellt, dass die Behandlung mit dem Medikament Reserpin, einem Mittel gegen Bluthochdruck, das in vielen Ländern nicht mehr auf dem Markt ist, Depressionen verursachen konnte. In der Folge wurde festgestellt, dass der Wirkmechanismus von Reserpin darauf beruht, dass Monoamin-Neurotransmitter wie Serotonin und Noradrenalin in den Neuronen
Die meisten Psychiater erkennen an, dass bei einer Depression biochemische Veränderungen auftreten und dass diese durch psychosoziale Faktoren hervorgerufen oder weiter verändert werden können. Die Summe dieser Faktoren bei einem Patienten kann wichtige Hinweise für eine erfolgreiche Behandlung mittels einer Kombination von Medikamenten und psychosozialer Therapie liefern.
Bei Depressionen beeinträchtigen die Symptome häufig Bereiche wie Stimmung und emotionales Verhalten, Schlaf und Hormonaktivität, die durch serotonerge Neuronen gesteuert werden. Es scheint wahrscheinlich, dass die Störung der Serotonin-Aktivität bei der Auslösung von Depression eine Rolle spielt. Autopsien von Suizidtoten haben ergeben, dass der Serotoninspiegel bei depressiven Patienten unter der Norm liegt. Dieser Befund lässt aber noch keinen eindeutigen Schluss zu, da zahlreiche ähnliche Studien gegenteilige Ergebnisse zeigen. In der Praxis ist der Hauptbeweis dafür, dass Serotonin bei der Depression tatsächlich eine Rolle spielt, die Tatsache, dass Medikamente, die Serotonin selektiv beeinflussen, bei der Behandlung der Erkrankung hochwirksam sind. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) sind wirksame Antidepressiva, die eine stark hemmende Wirkung auf die Wiederaufnahme von Serotonin haben, aber die Wiederaufnahme von anderen Monoaminen oder andere Neurotransmitter Es scheint jedoch sehr wahrscheinlich, dass auch Noradrenalin bei Depressionen eine Rolle spielt. Anatomisch sind die serotonergen und noradrenergen Neuronen eng miteinander verbunden. Es wurde vermutet, dass die selektive Hemmung der Serotonin-Wiederaufnahme durch einen gleichzeitigen Anklopf-Effekt teilweise auch Noradrenalin beeinflusst.
Die Rolle der Rezeptorreaktionen Das Interesse an der möglichen Rolle, die veränderte Rezeptorreaktionen bei Depressionen spielen, nimmt immer mehr zu. Es gibt mehr Gründe für eine Depression als nur einen Mangel an Neurotransmittern. "Upregulation" ist ein Begriff für die Annahme, dass eine Depression möglicherweise mit einem allgemeinen Anstieg der Zahl postsynaptischer Rezeptoren zusammenhängt. Eine Theorie besagt, dass dies eine Erhöhung der für das Hervorrufen einer Reizweiterleitung erforderlichen Monoaminmenge zur Folge hat. Das Auftreten dieser Upregulation ist bei depressiven Patienten nur schwer nachzuweisen, aber es liegen Beweise vor, dass eine antidepressive Behandlung zu einer Reduzierung der Rezeptoranzahl führt. Dieser Effekt von Antidepressiva ist auch als "Downregulation" von Rezeptoren bekannt. Diese Beobachtung ist derzeit für SSRIs, TZAs und MAOIs sowie für die Elektrokrampftherapie (EKT) umfangreich dokumentiert. Eine andere Vermutung geht dahin, dass Antidepressiva die Empfindlichkeit von postsynaptischen Rezeptoren erhöhen, so dass eine entsprechende Reaktion von einer geringeren Neurotransmitterkonzentration erzeugt werden kann. Eine weitere Theorie besagt, dass eine Depression die Empfindlichkeit der präsynaptischen Autorezeptoren erhöht, die die Monoaminfreisetzung über einen Feedback-Mechanismus modulieren. Als Folge müssen weniger Neurotransmitter freigesetzt werden, ehe die Produktion "abgeschaltet" wird. UrsachenFaktoren, die zur Depression beitragen:
Mögliche Ursachen einer sekundären Depression:
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