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Bipolare StörungEpidemiologieZahlreiche epidemiologische, weltweit durchgeführte Studien haben trotz leicht abweichender Raten gezeigt, dass die Lebenszeitprävalenz der bipolaren Störung bei ungefähr 1 % liegt (Bland, 1997; Maj et al., 2002). Die Prävalenz der bipolaren Störungen ist bei Männern und Frauen ähnlich; Unterschiede zwischen den Prävalenzraten auf Grund der ethnische Herkunft konnten nicht festgestellt werden (Bland, 1997; Montgomery & Cassano, 1996). Die Erstmanifestation erfolgt häufig in der Jugend bzw. im frühen Erwachsenenalter; vor der Manifestation der ersten manischen Episode treten in der Regel depressive Episoden auf (Akiskal et al., 2000; Bland, 1997; Robb, 1999). Die bipolare Störung tritt in zwei deutlich unterschiedlichen Formen mit unterschiedlicher Epidemiologie auf. Die Bipolar-I-Störung ist durch manische und depressive Episoden gekennzeichnet. Sie ist die klassische Form der Störung. Die Bipolar-II-Störung ist durch Hypomanie (eine weniger schwere Form der Manie) und depressive Episoden gekennzeichnet. Die Bipolar-I-Störung tritt bei Männern und Frauen gleich häufig auf, die Bipolar-II-Störung ist bei Frauen häufiger als bei Männern (Montgomery & Cassano, 1996). Einige Hinweise deuten darauf hin, dass Frauen mit einer bipolaren Störung eher zu depressiven Episoden neigen als Männer (Montgomery & Cassano, 1996).
Die Erstmanifestation häuft sich zwischen dem 15. und 19. Lebensjahr; im Mittel findet sie im 18. Lebensjahr statt. Die bipolare Störung kann auch vor der Pubertät auftreten. Dies ist jedoch selten und schwer von anderen schweren psychiatrischen Störungen wie der Schizophrenie zu unterscheiden (Torrey, 1999).Bei manchen Patienten können die Symptome einer bipolaren Störung auch erstmals im Alter auftreten. In dieser Altersgruppe sind die manischen und depressiven Symptome jedoch in der Regel seit Jahren vorhanden, wobei eine Behandlung bei leichtem Schweregrad häufig ausblieb. Die Erstmanifestation der bipolaren Störung bei älteren Patienten ist gewöhnlich mit Schädigungen des Zentralnervensystems wie einem Schlaganfall verbunden (Marnevos & Angst, 2000; Shulman & Tohen, 1994). |
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