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Bipolare StörungVerlaufDer Verlauf der bipolaren Störung hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie dem Schweregrad der Krankheit, dem Alter bei Erstmanifestation, komorbiden Zuständen, Häufigkeit der Episoden, Zyklusmuster und dem möglichen Vorliegen von Rapid Cycling. Häufigkeit der EpisodenDer Zeitraum zwischen der ersten, zweiten und dritten Episode ist sehr viel länger als zwischen den folgenden Episoden. Nach den ersten drei Episoden steigt die Häufigkeit und relative Stabilisierung generell an (Suppes et al., 2000). Eine Untergruppe Patienten erlebt jedoch vier und mehr affektive Phasen pro Jahr. Dieses Phänomen wird als Rapid Cycling bezeichnet. Es tritt bei 5–20 % aller erwachsenen bipolaren Patienten auf, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. In einer Studie erlebten 72 % aller weiblichen Patienten und nur 28 % der männlichen Rapid Cycling (Suppes et al., 2000). Rapid Cycling einer bipolaren Störung wird häufig bei Beginn in der Jugend beobachtet, wobei sich die Perioden im Laufe der Zeit stabilisieren. ZyklusmusterEinige Patienten haben ein festes Zyklusmuster, d. h. den Übergang von Depression zu Manie oder Manie zu Depression, während der Übergang bei anderen schwankt oder unvorhersehbar ist. Der Episodenzyklus kann Auswirkungen auf den Verlauf der Krankheit haben, da es Hinweise darauf gibt, dass Patienten mit einem Muster Manie-Depression besser auf eine medikamentöse Therapie mit einem Stimmungsstabilisator ansprechen als Patienten mit einem Muster Depression-Manie (Suppes et al., 2000). Gemischte EpisodenBei einer gemischten Episode treten depressive und manische Symptome gleichzeitig und in einem solchen Ausmaß auf, dass die Diagnosekriterien beider Zustände erfüllt sind. Die Auswirkungen der gleichzeitig auftretenden Symptome auf den Verlauf der bipolaren Störung sind noch ungeklärt. Einige wissenschaftliche Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass Patienten, die gemischte Episoden erleben, sich langsamer von einer Episode erholen und schlechtere Aussichten haben als Patienten, die eine reine Manie oder Hypomanie erleben. Gemischte Episoden sind mit einer höheren Inzidenz von Substanzmissbrauch und Suizidvorstellungen bzw. -versuchen verbunden (Suppes et al., 2000). Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit einer gemischten Episode bei einer manischen Episode in der Jugend und dem frühen Erwachsenenalter höher. ErstmanifestationDie ersten Symptome einer bipolaren Störung manifestieren sich in der Regel erstmals vor dem 25. Lebensjahr und bei einer familiären Vorgeschichte affektiver Störungen auch früher (Bland, 1997; Suppes et al., 2000). In vielen Fällen gehen einer manischen Episode jedoch depressive Episoden voraus (Marnevos & Angst, 2000). Eine besonders frühe Erstmanifestation wird häufig mit einem schwereren Krankheitsverlauf assoziiert, was mit der Anzahl und dem Schweregrad der depressiven Episoden in Verbindung stehen kann. Eine frühe Erstmanifestation depressiver Episoden wurde auch mit einem höheren Risiko verknüpft (Suppes et al., 2000). Komorbide ZuständeDie Lebenszeitprävalenzen anderer psychiatrischer und medizinischer Zustände sind bei Patienten mit bipolarer Störung erheblich erhöht. Diese komorbiden Zustände erschweren die Behandlung der Krankheit (Suppes et al., 2000). Die beiden häufigsten komorbiden Zustände sind Angststörung und Substanzmissbrauch. Die "National Comorbidity Study" im Jahre 1999 ergab bei Patienten mit bipolarer Störung eine Prävalenz von 93 % bei der Angststörung und von 64 % bei Substanzmissbrauch (Marnevos & Angst, 2000). Patienten mit bipolarer Störung und komorbider Angststörung erleben einen schwereren Krankheitsverlauf als ohne die komorbide Angst. Bei Patienten mit bipolarer Störung und einer Vorgeschichte mit Substanzmissbrauch wiederum ist der Krankheitsverlauf komplizierter als bei Patienten ohne Substanzmissbrauch (Suppes et al., 2000). Klicken Sie hier und erfahren Sie mehr über komorbide Zustände.SuizidSuizid ist eine der Hauptursachen der erhöhten Mortalität bei Patienten mit affektiven Störungen, wobei Patienten mit bipolarer Störungen ein höheres Suizidrisiko zeigen als Patienten mit anderen psychiatrischen Störungen. Die Lebenszeitprävalenz von Suizid bei Patienten mit bipolarer Störung liegt bei 15 % verglichen mit 6 % bei Patienten mit affektiven Störungen. Die meisten Studien zum Suizidrisiko von Patienten mit bipolarer Störung benutzten als Probanden schwer kranke Patienten in stationärer Behandlung, was zu einer Verzerrung durch Auswahl führte und bedeuten kann, dass die Suizidrate in der Gesamtpopulation u. U. niedriger ist. Die "Epidemiologic Catchment Area Study" ergab, dass 25–50 % aller Patienten mit bipolarer Störung wenigstens einmal in ihrem Leben einen Suizidversuch unternehmen, der vom Patienten häufig sorgfältig geplant und von einem festen Willen zu sterben begleitet ist. Das erhöhte Suizidrisiko ist mit zurückliegenden Suizidversuchen, Alkoholmissbrauch und der Länge des Zeitraums nach Ende einer stationären Behandlung verbunden. Suizidversuche werden bei Frauen 2–3-mal häufiger beobachtet als bei Männern, wenn auch mit weniger gewaltsamen Mitteln (Jamison, 2000). Andere FaktorenZu weiteren Faktoren, die den Verlauf einer bipolaren Störung beeinflussen können, gehören: Stress, Lebensstil, Schlaf-Wach-Rhythmus, Einnahme von Drogen und Alkohol und die dauerhafte Einnahme von Medikamenten mit erheblichem Abhängigkeitspotenzial (Suppes et al., 2000). |
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