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Bipolare Störung

Komorbidität

Substanzmissbrauch

Bei ungefähr 60 % aller Patienten mit einer bipolaren Störung wurde auch ein Substanzmissbrauch festgestellt (NIMH, 2000). Eine kürzliche Studie des amerikanischen National Institute of Mental Health (NIMH) ergab, dass 46 % der Patienten mit bipolarer Störung alkoholabhängig sind, 40 % zeigen Anzeichen von Drogen- und Medikamentenmissbrauch bzw. -abhängigkeit (Evans, 2000). Ein Substanzmissbrauch kann eine bipolare Störung verschlechtern und den Krankheitsverlauf durch Verstärkung der Symptome und das Auslösen von Episoden verschlimmern (Evans, 2000). Faktoren, die das Risiko eines komorbiden Substanzmissbrauchs erhöhen, sind Substanzmissbrauch in der Familie, frühe Erstmanifestation der bipolaren Störung und das Auftreten von gemischten Episoden (NIMH, 2000).

Psychiatrische Zustände

Laut Berichten des Stanley Foundation Bipolar Network ist der prozentuale Anteil psychiatrischer Begleitzustände bei bipolarer Störung hoch. Einer der häufigsten komorbiden Zustände ist eine Angststörung, einschließlich der Panikstörung und der sozialen Phobie. Angst- und Paniksymptome gefolgt von einer Hypomanie können den Verlauf einer bipolaren Störung komplizieren (Suppes et al., 2000).

Andere psychiatrische Zustände, die bei einer bipolaren Störung auftreten, sind posttraumatische Belastungsstörungen, Zwangsstörungen und Impulskontrollstörungen wie Spielsucht oder Kleptomanie (NIMH, 2000; Suppes et al., 2000). Das NIMH berichtete kürzlich von einer höheren Inzidenz von posttraumatischen Belastungsstörungen und Zwangsstörungen bei Patienten mit bipolarer Störung, wobei 43 % aller Patienten Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung zeigten. Die Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung waren jedoch nur bei 2 % der Patienten in die Patientenakte aufgenommen, was darauf hindeutet, dass eine verbesserte Diagnose dieser Begleitzustände zu einer effektiveren Behandlung der bipolaren Störung führen kann (NIMH, 2000). Dies ist u. U. besonders bei Zwangsstörungen von Interesse, da Zwangsstörung und affektive Störung häufig einen parallelen Verlauf zeigen.

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHD)

Eine bipolare Störung, die in der frühen Kindheit beginnt, wird in der Regel eher mit expansiven Verhaltensstörungen wie ADHD oder einer antisozialen Verhaltensstörung als mit einer bipolaren Störung, deren Erstmanifestation ja später liegt, in Verbindung gebracht. Eine Studie von Wozniak et al. (1995) ergab, dass 11 % von 301 Kindern mit bipolarer Störung, die das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten, auch die Kriterien für ADHD erfüllten. Im Gegensatz dazu haben Patienten, die bipolare Störungen erst in ihrer Jugend oder im frühen Erwachsenenalter entwickeln, eher weniger häufig die Begleitzustände ADHD oder antisoziale Verhaltensstörung (Evans, 2000; NIMH, 2000).

Andere komorbide Zustände

Forschungsergebnisse über einen Zusammenhang zwischen sekundärer Manie und Hirnverletzungen weisen auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der sekundären Manie und Verletzungen in rechten subkortikalen Strukturen und Cortex-Bereichen hin, die mit limbischen Strukturen verbunden sind. Die sekundäre Manie wird mit Schlaganfällen, Tumoren, Migräne migräne und Kopfverletzungen assoziiert und tritt auch häufiger bei Patienten mit multiple Sklerose multiple sklerose auf. Vereinzelte Hinweise lassen den Schluss zu, dass diese Manie auch mit systemischen Krankheiten wie Schilddrüsenüberfunktion, AIDS, Lyme-Borreliose, Wolfram-Syndrom und Neurosyphilis assoziiert ist. Die häufigste Medikamentenklasse neben den Antidepressiva, die mit sekundärer Manie verbunden ist, sind Kortikosteroide (Keck, Jr. et al., 2001).

 

 

 

 

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