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Angststörungen
Verlauf
Angststörungen verlaufen je nach Störung und Patient unterschiedlich. Allen Angststörungen gemeinsam ist jedoch in der Regel ein chronischer Verlauf, wobei die Symptome und die Beeinträchtigung der sozialen Funktionsfähigkeit häufig auch noch viele Jahre nach Ausbruch der Krankheit anhalten (Angst und Vollrath, 1991). Angststörungen beginnen oft schon frühzeitig, also zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer (Angst und Vollrath, 1991; Schatzberg, 1991).
Angststörungen können zusammen mit Depression auftreten. Die Komorbidität mit einer Depression ist neben der Schwere und Dauer der Symptome ein wichtiger Prädiktor für die weitere Entwicklung einer Angststörung (Angst und Vollrath, 1991).
Es gibt immer mehr Belege dafür, dass Angststörungen bei Frauen anders verlaufen als bei Männern. Dieser Unterschied ist vermutlich auf den weiblichen Hormonzyklus und das Risiko komorbider Erkrankungen zurückzuführen (Pigott, 2003).
Verlauf spezifischer Angststörungen
In diesem Kapitel wird der Verlauf einiger spezifischer Angststörungen kurz beschrieben.
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Die soziale Angststörung beginnt in der Regel in der Jugend und wird häufig mit der Teenager-Schüchternheit verwechselt – sie wird daher oft nicht erkannt und behandelt. Bei dieser Angststörung handelt es sich in der Regel um eine lebenslange und nicht remittierende Erkrankung, die verglichen mit anderen Angststörungen durch schwerere Angstzustände, Beeinträchtigung der sozialen Funktionsfähigkeit und einen schlechteren Verlauf gekennzeichnet ist. Zum Beispiel kam es bei nur einem Drittel der Patienten mit sozialer Angststörung innerhalb von 8 Jahren zu einer Remission, während es bei Patienten mit Panikstörungen über zwei Drittel waren (Keller, 2003).
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Die generalisierte Angststörung (GAD) kann bis zu 20 Jahre dauern und hat geringe Remissionsraten sowie moderate Rückfallraten nach einer Remission. Der Verlauf der GAD wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören Geschlecht, komorbide Zustände, Schicksalsschläge und Überängstlichkeit (Keller, 2002)
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Der Verlauf der Zwangsstörung (OCD) ist ebenfalls chronisch. Doch neuere Belege lassen vermuten, dass es einen Subtyp von OCD-Patienten gibt, welche die OCD in Episoden erleben, und einen anderen Subtyp, bei dem die OCD neben einer chronischen Tic-Störung auftritt. Die Komorbidität von OCD und Schizophrenie ist hoch und Obsessionen und Zwänge treten bei schizophrenen Patienten relativ häufig auf (Attiullah et al., 2000).
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Bei der Phobie handelt es sich um einen chronischen Zustand, der sich ohne Intervention selten signifikant bessert. Es gibt Hinweise darauf, dass sich der langfristige Verlauf bei Patienten mit sozialer Phobie, die sich den Ursachen ihrer Phobie stellen, bessert, auch wenn die Ergebnisse nicht überzeugend sind (Juster und Heimberg, 1995).
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Die posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) unterscheidet sich von den anderen Angststörungen darin, dass ein traumatisches Erlebnis für den Ausbruch der Störung erforderlich ist, wobei aber nicht alle Menschen nach einem traumatischen Erlebnis eine PTSD entwickeln. Neben dem Trauma sind andere Risikofaktoren für PTSD eine psychiatrische Vorgeschichte, psychiatrische Zustände in der Familiengeschichte und akute Stresssymptome. PTSD verläuft longitudinal und verändert sich zunehmend im Laufe der Zeit. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich und wird stark von dem vorausgegangenen Trauma und den Charakterzügen des Betroffenen beeinflusst. Komorbide Zustände komplizieren den Verlauf einer PTSD. Major Depression und Substanzmissbrauch kommen als komorbide Zustände einer PTSD besonders häufig vor (McFarlane, 2000; Breslau, 2001).
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